Baumschule Horstmann/Pflanzenschutz
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Öffentliche Flächen

Grünanlagen, Parks, Friedhöfe

Blühender Vorgarten
Blühender Vorgarten Foto: Heinz Stammberger

Öffentliche Flächen – Stand Juni 2006
Netzwerk Blühende Landschaft
– Wetzelstr. 13 - 96047 Bamberg - Fax +49-(0)3212-1096988
www.bluehende-landschaft.de info@bluehende-landschaft.de

Öffentliche Flächen
Öffentliche Flächen bieten sich als Nahrungsgrundlage und Lebensraum für Blüten besuchende
Insekten an. Parks und Friedhöfe, Verkehrsinseln und „Straßenbegleitgrün“
sowie Straßenränder und Böschungen bieten ein riesiges Potential an wertvollsten Naturschutzflächen.
Durch eine entsprechende Planung, Anlage und Pflege können die
Wünsche der Bürger ohne weiteres mit den Bedürfnissen von Bienen, Hummeln,
Schmetterlingen aber auch zahlreichen anderen Kleintieren in Einklang gebracht werden.
Dies muss keinen höheren Aufwand bedeuten. Oft haben kleine Veränderungen in
der Pflege schon einen großen Effekt auf die Tierwelt. So kann jede Kommune einen
wertvollen Beitrag im Naturschutz leisten.
Grünanlagen, Parks, Friedhöfe:
• Zeitlich versetzte Mahd von Grünlandflächen um 4 bis 5 Wochen (Staffelmahd zur
Vermeidung des schlagartigen Verschwindens von Insektenweidepflanzen)
• möglichst große räumliche Nähe von stehenden Beständen und gemähten Flächen
• Anpassung der Schnitthäufigkeit an Nährstoffversorgung von 1 mal auf sehr mageren
Standorten (Magerrasen, Verkehrsinseln etc.) bis maximal 3 mal auf fetten
Standorten
• 1. Mahd Mitte/Ende Juni, sonst Verarmung der Flächen, 2. Mahd im Herbst ab Oktober
• Ausmagern der Flächen (keine Düngung, Abtransport des Mähgutes)
• Belassen von mind. 2 m breiten Saumstreifen bei Gehölzen, keine Mahd an bzw.
unter den Gehölzen
• Anlage von Blühflächen mit ein- oder mehrjährigen Blütenpflanzen
• Erstellen eines verbindlichen Pflegeplanes unter Berücksichtigung ökologischer und
Insekten fördernder Aspekte
• Abtransport des Schnittgutes und Verwertung in Kompostierungs- oder Biogasanlagen
• Streifenweises Fräsen von Vielschnittrasen und Einsaat von Wildblumenmischungen
• Heumulchverfahren: Auftragen von artenreichem Schnittgut und Heuen auf den zu
verbessernden Flächen
• Pflanzen von Insekten-Nährgehölzen aller Art
Öffentliche Flächen – Stand Juni 2006
Netzwerk Blühende Landschaft
– Wetzelstr. 13 - 96047 Bamberg
Straßen, Straßenränder, -böschungen und –gräben, Lärmschutzwälle
• Günstig
o Anlage von Blumenwiesen oder Staudenfluren auf Straßenmittelstreifen, hier
keine Rasenflächen
o Freihalten der Straßenbegrenzungspfosten nur unmittelbar am Straßenrand
(ca. 1m)
o Mahd der übrigen Flächen mit Balkenmäher
o Abtransport des Mähgutes
o Ein bis max. zweimalige Mahd
o Bei zweimaliger Mahd: erste Mahd bis Ende Juni, zweite Mahd im Spätherbst
(ab Oktober)
o Bei einmaliger Mahd: Mahd erst ab Oktober
o erforderliches Räumen von Gräben erst ab Mitte/Ende Oktober
o Bei Neuanlagen Ansaat bzw. Pflanzung von Insektenweidepflanzen
• Ungünstig:
o Mulchen (Nahrstoffanreicherung, Tod vieler Insekten und Kleintiere in Mulchgeräten
und Häckslern)
o Häufige Mahd
o Mahd im Zeitraum Juli bis September (größter Nahrungsmangel bei Insekten)
o Mahd mit Absauggeräten (Absaugen von Insekten und Kleintieren)
o Grabenfräsen (Zerstörung des gesamten Ökosystems Graben)
Verkehrsinseln
• Günstig
o Ansaat mit Wildblumen
o Anlage als Blumenwiese
o Reduzierte Pflege
o Bepflanzen mit blühenden, insektenfördernden, bevorzugt einheimischen
Stauden oder Gehölzen
• Ungünstig:
o Bepflanzung mit nektar- und pollenlosen Zierpflanzen (keine Nahrung für Blütenbesucher,
hohe Kosten)
o Anlage und Pflege von Vielschnittrasen
• Siehe auch Grünanlagen
(Weitere Informationen zu den einzelnen Bereichen finden Sie in zahlreichen anderen Textendes Netzwerks Blühende Landschaft.)

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