Baumschule Horstmann/Pflanzenschutz

BUND-Giftspritzer

BUND-Giftspritzer

Giftspritzer gefährden laut BUND

Naturschutz (BN) Boden, Grundwasser, Artenvielfalt Wild- und Haustieren und beim Abdriften von Spritzmitteln Kulturen und Gesundheit ihrer Nachbarn. Der BN fordert daher in seinen Stellungnahmen zur Bauleitplanung die Gemeinden regelmässig dazu auf, den Einsatz von Torf- bzw. torfhaltigen Produkten, Pestiziden und synthetischem Mineral-/Industriedünger zum Schutz von Boden und Grundwasser bereits im Bebauungsplan bzw. in Aussenbereichs- oder Einbeziehungssatzung verbindlich auszuschliessen werden. Dies sei wichtig als Beitrag zu Rechtsklarheit und Rechtssicherheit sowie zum Gesundheitsschutz und geeignet, mögliche spätere Nachbarrechtsstreitigkeiten, die erfahrungsgemäss aus unerwünschtem Einsatz von Pestiziden erwachsen, zu vermeiden, wie man aus vielen Anfragen beim BN weiss. Gerade weil der Bundesgesetzgeber die nötige Verschärfung des Pflanzenschutzgesetzes (PflSchG) bisher nicht angegangen hat und damit der Sicherstellung des Schutzes der Naturgüter Wasser und Boden sowie der menschlichen Gesundheit nicht nachgekommen ist, bestehe das dringende Erfordernis, dies im Rahmen des gemeindlichen Bauleitplanungsverfahrens wahrzunehmen. Laut BUND Naturschutz (BN) werden nach wie vor Moore zur Torfgewinnung vernichtet. Und mit ihnen viele seltene Pflanzen und Kleintiere. Moore sind nicht nur Lebensraum für Arten wie den Sonnentau oder das Birkhuhn, sie speichern auch das Klimagas Kohlendioxid. Ausserdem belasten und verschmutzen die dort oft immer noch unnötigerweise eingesetzten giftigen Spritzmittel Boden und Grundwasser. Um diese vor Schadstoffeintrag und Überdüngung, gerade durch industriellen Stickstoffdünger zu bewahren, ruft der BN zur naturnahen Gestaltung sowie gift- und torffreien Garten- und Grünflächenpflege auf. Dabei stünden neben den Gartenbesitzern vor allem auch die politischen, staatlichen, behördlichen sowie kirchlichen Entscheider in der Verantwortung. Denn sie seien Auftraggeber für die Bewirtschaftung und Pflege ihrer Liegenschaften. Kommunen wiederum müssten auch über die Bauleitplanung bei der Baulandausweisung Verzicht auf Torf-, Pestizid- und Industriedüngereinsatz festschreiben. Gerade weil der Bundesgesetzgeber die im Sinne einer klarstellenden Verschärfung nötige Reform des Pflanzenschutzgesetzes (PflSchG) bisher nicht angegangen hat und damit der Sicherstellung des Schutzes der Naturgüter Wasser und Boden sowie der menschlichen Gesundheit nicht nachgekommen ist, besteht das dringende Erfordernis, dies im Rahmen des gemeindlichen Bauleitplanungsverfahrens wahrzunehmen. Mandats- und Amtsträgern indessen hätten sich für den Schutz von Wasser und Boden und der n Gesundheit aller Nachbarn einzusetzen, die bisher unter der Giftspritzerei auf angrenzendes Grundstücken leiden. In der Gartensaison und Millionen Beete und Blumentöpfe werden neu bepflanzt. In Gartencentern und Baumärkten stapeln sich bereits die Säcke mit Blumen- oder Pflanzenerde. Da Garten- und Blumenerde bis zu 90 Prozent aus Torf besteht, rät der BUND jedoch vom Kauf herkömmlicher Erden ab. Die Torfgewinnung vernichtet Moore In Deutschland werden jährlich etwa zehn Millionen Kubikmeter Torf verarbeitet. Zwei Millionen davon durch privaten Verbrauch. Geht die Zerstörung der Moore weiter wie bisher, rechnet der BUND mit einer Erschöpfung der zum Abbau genehmigten Torfvorräte in etwa zehn Jahren. Für den Klimaschutz hätte dies dramatische Folgen. Allein in Deutschland setzt die Torfgewinnung jährlich rund zwei Millionen Tonnen CO2 frei. Zusatzstoffe wie Kompost, Rindenhumus oder Holzfasern können den Torf-Anteil der Gartenerde problemlos ersetzen. Eines der besten Mittel zur Bodenverbesserung ist der eigene Kompost. Wer einen Garten hat, kann selbst kompostieren, führt dem Boden mit Kompost organisches Material mit hoher biologischer Aktivität zu und hat gleichzeitig eine organische Düngung. Daher bietet der BNin einem Infopaket Garten Tipps zum „Richtig kompostieren“ und "Torffrei gärtnern sowie zur naturnahen Gartengestaltung an. Streuobstwiesen als Paradiese aus Menschenhand für viele Arten zu schützen und neu anzulegen rät der BN ebenso.

Das Infopaket Garten gibt es beim BN, Albrechtsgasse 3, 94315 Straubing, Tel. 09421/2512, Fax 963910 oderstraubing@bund-naturschutz.de für 5  €  als Schein, Briefmarken

Pressemitteilung

BUND während einer CSU Versammlung in Nürnberg
BUND während einer CSU Versammlung in Nürnberg Foto: BUND

Pressemitteilung
PM 052-17/LFG Landwirtschaftdrohende 10 Jahres ZUlassung des Pestizids Glyphosat stoppen Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt steht in der Verantwortung für den Schutz von Umwelt und Gesundheit
BUND Naturschutz fordert Ausstiegsszenarien aus der Giftanwendung in der Landwirtschaft
Der Streit um die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat geht in die nächste Runde. Am Aktionstag vor einer Woche wurden europaweit weitere 100.000 Unterschriften im Rahmen der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) Stoppt Glyphosat gesammelt. Seit Februar, also innerhalb von 4 Monaten, wurden bereits 750.000 Unterschriften gesammelt. Damit nähert sich die EBI ihrem Ziel, 1 Million Unterschriften zu sammeln und diese dann an die EU Kommission zu übergeben, die dann gesetzlich verpflichtet ist, die Forderungen der Bürger*innen zu prüfen. Doch schon jetzt will die EU Kommission auf Vorschlag von Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis die Zulassung um weitere zehn Jahre verlängern. Deutschland hat im zuständigen Ausschuss der EU-Kommission für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel, der Mitte Juni tagen soll, eine Schlüsselrolle. Es ist EU-Berichterstatterland im Wiederzulassungsprozess für die Glyphosatzulassung. Die Mitgliedstaaten werden sich am Abstimmungsverhalten von D orientieren. „Minister Schmidt muss sich gegen die Wiederzulassung von Glyphosat wenden, denn das Herbizid steht unter dem Verdacht, krebserregend zu sein, außerdem gefährdet es die Umwelt und reduziert die Artenvielfalt“, fordert Hubert Weiger, BN Landesvorsitzender, und weiter: „Es muss kritisch geprüft werden, ob Studien, die von Monsanto vorgelegt wurden, um die Gefahren von Glyphosat kleinzureden, wirklich stichhaltig sind“. Die kürzlich auch vom BUND im März 2017 mit veröffentlichte Studie: „Glyphosat und Krebs, Gekaufte Wissenschaft“, belegt entsprechende Verdachtsmomente. Das EU Parlament kann ebenfalls noch handeln, und zwar über einen Sonderausschuss, der untersucht, ob durch potentiell von Monsanto gefälschte Studien Bewertungen von EU-Behörden beeinflusst wurden. Der BN begrüßt eine entsprechende Initiative der bayerischen SPD EU Abgeordneten Maria Noichl.
„Zum Schutz der Anwender und der Bevölkerung sowie der Umwelt muss Minister Schmidt endlich auch ein Szenario für den Ausstieg aus der Pestizidanwendung für Landwirtschaft, Kommunen, die Bahn und Privatanwendung umsetzen“, so Marion Ruppaner, BN Agrarreferentin. In seiner Position „Bäuerliche Landwirtschaft, Bayern braucht Zukunftsperspektiven“, hat der BN einen Maßnahmenkatalog zur Pestizidminimierung vorgelegt. (Anlage 2).Gefordert wird u.a. die Verschärfung der Zulassungsverfahrens für Pestizide und das dauerhafte Verbot bienenschädigender Insektizide der Gruppe der Neonikotinoide.
Auch die Kommunen müssen handeln und den Glyphosateinsatz stoppen sowie mehr unternehmen, um die Vielfalt im innerstädtischen Bereich zu fördern. Wie das geht zeigen die Aktionstipps für bienenfreundliche Projekte in Kommunen des BUND: www.bund.net/pestizidfreie_kommune
Gemeinsam mit der Aurelia Stiftung hat der BUND auf die aktuelle Gefährdungssituation von Honig- und Wildbienen durch Pestizidanwendung hingewiesen, und einen Nationalen Aktionsplan vorgelegt. Um die Bestäuber besser vor Pestiziden zu schützen und damit auch die Nahrungsketten im Naturhaushalt zu sichern, müssen neben den Maßnahmen zur Pestizidreduktion auch dringend die noch vorhandenen Lebensräume und Nahrungsangebote für Insekten und Wildtiere gesichert und wieder aufgebaut werden. Streuobstwiesen, artenreiche extensiv genutzte Wiesen, Raine und Bracheflächen müssen erhalten werden. Die Finanzierung von Agrarumweltmaßnahmen für Landwirte, die sich daran beteiligen wollen, muss ebenfalls gesichert werden, z.B. auch durch Umschichtungen im EU Agrarhaushalt in den kommenden Jahren.
Glyphosatanwendung stoppen
Glyphosat tötet als Totalherbizid alle Pflanzen. Es zerstört damit Lebensräume von Insekten und Vögeln und trägt so zum Artensterben bei. In Deutschland werden ca. 5000 - 6000 Tonnen an Glyphosatwirkstoff eingesetzt. Auf ca. 40 % aller Ackerflächen in Deutschland wird es eingesetzt. (siehe auch Anlage 1) Auch Grünland wird damit teilweise abgespritzt, und auch die Ausbringung bei Getreide kurz vor der Ernte, die sog. Sikkation, ist nicht völlig verboten.
Nach Angaben des Julius Kühne Instituts (JKI-Studie 451: Folgenabschätzung für die Landwirtschaft zum teilweisen oder vollständigen Verzicht auf die Anwendung von glyphosathaltigen Herbiziden in Deutschland. Nov. 2015.) wird der Großteil der Mengen in der Landwirtschaft eingesetzt. Daneben werden hierzulande in Haus- und Kleingärten ca. 90 Tonnen , bei der Bahn ca. 70 Tonnen, im Apfelanbau zwischen 70 und 90 Tonnen und im Weinbau zwischen 70 und 90 Tonnen Glyphosat ausgebracht.
33 Herbizide mit Wirkstoff Glyphosat sind zugelassen, vermarktet wird es unter 95 Handelsbezeichnungen. Davon sind 16 (52 Handelsbezeichnungen) für Haus- und Kleingärten zugelassen
Die Menschen in Deutschland sind einer Dauerbelastung mit diesem Stoff ausgesetzt. Das belegen beispielhaft zwei Studien zu Glyphosat im Urin. So hatten 70 Prozent der im Jahr 2013 vom BUND in Deutschland getesteten, sowie 44 Prozent der europaweit getesteten Personen Glyphosat im Urin. Einer im Januar 2016 vom UBA veröffentlichten Studie über den Zeitraum von 2001 bis 2015 zufolge waren es sogar bis zu 60 Prozent der ProbandInnen.
Für Rückfragen:
Marion Ruppaner, BN Referentin für Landwirtschaft,
Tel. 0911/81 87 8-20,
Anlage 1:
Glyphosateinsatz in der Landwirtschaft in Deutschland In den letzten Jahren rund 5000 bis 6000 Tonnen Gesamteinsatz 2014 auf ca. 37 % der Ackerfläche eingesetzt, auf knapp unter 4 Millionen Hektar 15 % der befragten Landwirte setzen es nie ein. Für was wird Glyphosat in der Landwirtschaft angewandt?
Vor der Aussaat im Frühjahr, um Felder vom ‚Unkraut‘ zu befreien auf ca. 12,7 % der Ackerfläche (Anteil: 33,7 %) Sikkation zur Ernteerleichterung auf ca. 2,2 % der Ackerfläche (Anteil: 6,6 %), Teilverbot seit Mai 2014. Stoppelbearbeitung nach der Ernte im Herbst auf ca. 22, 2 % der Ackerfläche (Anteil: 59, 9%). (M. Schulte et al (Universität Göttingen), Befragung von 2026 Landwirten im Winter 2014: Glyphosat: So setzen es Landwirte wirklich ein.“ topagar 9/2015)
Anlage 2
Pestizidausbringung in der Landwirtschaft verhindern: Forderungen aus der BN Position Bäuerliche Landwirtschaft, Bayern braucht Zukunftsperspektiven
Um den Einsatz giftiger, umwelt- und gesundheitsschädlicher Pestizide in der Landwirtschaft zu minimieren, schlägt der BUND Naturschutz die folgenden Maßnahmen vor: eine Überprüfung und Verschärfung der Zulassungsverfahren für Pestizide, insbesondere durch Offenlegung der Unterlagen, die zur Zulassung der Pestizide geführt haben, sowie die Erfassung der Wechselwirkungen von gängigen Wirkstoffen, sowie Überprüfung des Abdampfverhaltens. Auch besonders empfindliche Organismen, wie Amphibien oder im Feld vorkommende Regenwürmer müssen im Zulassungsverfahren berücksichtigt werden. Ein Verbot aller bienengefährdender Pestizide, insbesondere ein langfristiges Totalverbot der bienengefährlichen Stoffgruppe der Neonikotinoide für alle Kulturen·Das Verbot leichtflüchtiger Pestizide, wie zum Beispiel Pendimethalin und Prosulfocarb, die von Wind und Thermik weiträumig verteilt werden und zu Rückständen führen. Verstärkte staatliche Kontrollen des Einsatzes von Pestiziden und angemessene Sanktionen von Verstößen. Die Anlage von Gewässerrandstreifen an Ackerflächen in einer Breite von 10 bis 20 Metern. Verstärkte Forschung zu Alternativen der Pestizidanwendung, wie ökologische Selbstregulierungssysteme und biologischer Pflanzenschutz sowie Züchtung resistenter Sorten. Die Formulierung des Ziels eines „herbizidfreien Ackerbaus“ in Bayern bis zum Jahr 2025, auf Basis einer Beratungsoffensive für beikrautreduzierende Fruchtfolgen, für angepasste Bodenbearbeitung und für mechanische Beikrautregulierung.



Der Bund Naturschutz in Bayern schützt auch Ihre Lebensgrundlagen. Finanziell und politisch unabhängig dank Ihrer Mitgliedschaft.
Sie gehören noch nicht dazu? Dann lade ich Sie herzlich ein! www.bund-naturschutz.de

Gartenbedarf

Pflanzotheke